







Die Höllochwoche fand statt. Diverse Aktionen wurden durchgeführt. U.a. wurde der im mittleren Höhlenteil sich befindende unbekannte Gang, bisher nur Rutsche genannt, auf Günters Drängen endlich bis zum Endpunkt befahren und vermessen. Ganz zufällig wurde dabei die 10.000 Meter-Grenze überschritten und genauso zufällig hatte Manfred eine Sektflasche im Gepäck, die wir aufgrund der anstrengenden Rückkehr vorher leerten, um sein Gepäck zu erleichtern. Leider endete der steil mit ca. -40 Grad nach unten führende Gang nicht, wie vorgesehen, in grossen Hallen und Dömen, sondern in einem End-Siphon. Auf dem Bild links oben ist die Gedenktafel für den denkwürdigen Vermessungsevent zu erkennen. Im südlichen Teil wurden Fortsetzungen begangen, aber wegen Seilmangels musste auf offener Strecke umgedreht werden. Es konnte ca. 50 Meter in die Kürenkluft abgestiegen werden. Die derzeitige vermessene Gesamtganglänge beträgt 10.082 m.

Weitere Forschungen im südlichsten Teil des Kürengangs ergeben hoch interessante, unter anderem hydrogeologische, Aspekte. Wir bewegen uns unterirdisch in Richtung Aubach. Die neuen Gänge sind riesig breit ... nur an der Höhe hat man gespart (Es sind ausgewaschene Schichtfugen im ca. 30 Grad geneigten, gebankten Schrattenkalk). Die 10.000 m Gesamtganglänge haben wir längst überschritten, das muss gefeiert werden. Die Vermessung steht noch bevor.
Aufgrund des Klimawechsels (starke Föneinbrüche) ist auch diesmal das Wetter zu unzuverlässig, um eine Woche in den hochwassergefährdeten Bereichen zu forschen. Hier stehen noch Tauchgänge im Labyrinth aus, doch wer schleppt die Ausrüstung dorthin?
Es werden die Forschungen im südlichen Teil des Kürengangs fortgesetzt, sowie naheliegende Karstobjekte erstmals näher untersucht und eine Verbindung zum Hölloch-Höhlensystem vermutet. In Summe wurden in diesem relativ ruhigen Forschungsjahr 2007 180 m unbekannte Gangpassagen erkundet und vermessen. Die derzeitige vermessene Gesamtganglänge beträgt 9.780 m. Das Ende der Gangpassagen wurde nicht erreicht.


Im Kürengang bis zum Schwarzen Loch wurden Datenlogger zur Registrierung der Temperatur durch Prof. Dr. Spötl, Universität Innsbruck, installiert, sowie die Möglichkeit und Machbarkeit untersucht, Sinterdatierungen in den tiefen Höhlenpassagen durchführen zu können.
Nach der Sommerpause war die Fragestellung, wohin die neu entdeckten Gangpassagen in Mani’s Loch verlaufen, für die weitere Feldarbeit von hoher Priorität. Wir führten die Vermessung durch.

Am 14.07.2007 zeigten wir den Höllochvortrag vor einem großen und interessierten Publikum im Festsaal des Soldatenheimes in Sonthofen.
Zum Abschluss des sehr ereignisreichen Jubiläumsjahres 2006 veranstalteten wir am 21.07.2007 mit den Förderern, Freunden und Grundeigentümern ein kleines Grillfest.

Parallel dazu wurden die Grabungsarbeiten in Mani’s Loch fortgesetzt. Am Samstagnachmittag erfolgte die Überwindung der Verblockung und bis zum Sonntagabend konnte Mani’s Loch bis zu einer Tiefe von 52 m bei einer Gesamtlänge von 80 m erkundet werden. Und es geht weiter in die Tiefe.


Paläontologische Untersuchung von Knochenfunden, sowie Beginn einer Grabungskampagne in Mani’s Loch. Aufgrund der räumlichen Nähe des Objektes zum Plattenalpschacht bestehen Hoffnungen zur Anbindung an das Hölloch-Höhlensystem.
Im Hölloch untersuchten wir ferner den Blinddarm I nach weiteren Fortsetzungsmöglichkeiten. Hierzu muss zuerst Blockwerk beiseite geräumt werden.
Bei einem weiteren Vortragstermin am 07.03.2007 wurde auf Einladung des DAV, Sektion Stuttgart in den Räumen der Volkshochschule in Stuttgart über das Hölloch referiert.
Aufgrund der unstabilen Wetterlage ist die für Januar 2007 geplante Höllochwoche ausgefallen. Vorbereitungen für weitere wissenschaftliche geologische Untersuchungen an Stalagmiten werden getroffen. Für hydrogeologische Messreihen werden z. Zeit Versuchsapparaturen entworfen.

Am 08.01.2007 zeigten wir den Höllochvortrag vor einem sehr interessierten Publikum der Freie Wähler in Petershausen.

Im Dezember verlässt uns für immer unser Fürsprecher, Helfer und Unterstützer Schorsch.


Die Verbandstagung des Verbandes der deutschen Karst- und Höhlenforscher hat stattgefunden. Der Festvortrag mit dem Thema: 100 Jahre Höhlenforschung wurde im Eissportzentrum in Oberstdorf durchgeführt. Weiterhin wurde ein Vortrag im Walserhaus (Hirschegg/Kleinwalsertal) gehalten.





Auf Seite 29 ein Artikel über "Wasserschutzgebiete zu klein?"
Auf dem Umschlagbild das von Schulkindern aus dem Kleinwalsertal unter der Anleitung von Tiburt Fritz angefertigte frostsichere Hüüsli mit dem automatischen Wasserprobenehmer auf dem Wehr an der Sägebachquelle im Winter 2005. Daneben stehend die Projektleiterin Dipl. Geol. Nadine Göppert aus dem Team von Prof. Dr. Heinz Hötzl, Universität Karlsruhe, Geologisches Institut.

Siehe hierzu auch:
in: Ground Water Volume 46 Issue 1 Page 61-68, January-February 2008
Bei diesem Färbeversuch, im Hölloch von Günter und Andreas durchgeführt, gab es beim Schachtausstieg ein kleines Problem: Das Seil fror während des Aufstiegs auf der Schachtzwischenstufe innerhalb weniger Minuten auf mehreren Metern fest und war nicht mehr zu seinem eigentlichen Zwecke zu überreden. Dank der Hilfe der Bergrettung Riezlern, die uns ein zweites 100 m Seil zum Schacht brachten, gelang uns letztendlich doch noch der, allerdings ziemlich verspätete, Ausstieg.
Wir dachten, ''S' goat scho', aber nix wars. Der Höllochschacht ist zwar eisfrei, aber an der Schachtzwischenstufe haben herabgestürzte Eisblöcke den Weg ins Hölloch völlig verstopft. An der Zwischenstufe wurden weitere Gangpassagen vermessen. Damit haben wir knapp 9.600 m vermessen und 9.700 m begannen.

Wir haben mehr als 9.500 m vermessen und bereits 9.600 m begangen. Bis zum Ende der Schneeschmelze herrscht nun Ruhe im Hölloch. Die Höllochwoche, an der Andi, Günter und Hans teilnahmen, (siehe Bild) verlief problemlos, bis auf diese Lehmbäder, die leider, trotzt intensiver und langer Anwendung, keine positiven Auswirkungen auf den Teint hatten.


Bei eingehender Inspektion des unteren Höllochs wurde an mehreren Stellen LEBEN entdeckt:
Im Dienste der Wissenschaft wurde ein Lebewesen zur Bestimmung eingesammelt. Ein unidentifiziertes Kriechobjekt ...
... wurde identifiziert als (Octodrilus argoviensis (Bretscher,1899)) von Dr. A. Zisci von der Universität Budapest. Unser Octodrilus ist ein ganz gewöhnlicher Regenwurm, interessant daran ist, dass er vor längerer Zeit eingeschwemmt wurde, scheinbar genügend Nahrung findet und auch unter Wasser während den Hochwasserperioden überlebt.
Lehmproben aus den Feinsedimenten wurden von Prof. Dr. Traunspurger von der Universität Bielefeld, Tierökologie untersucht: Es wurden 211 Individuen präpariert und bestimmt. 55 verschiedene Arten von Vielzellern (mehrheitloch Nematoden (Fadenwürmer)) wurden bestimmt. Eine dominate Rolle spielen dabei Bakterienfresser, gefolgt von Pilzfressern. Wir wussten es schon immer: "Der Lehm lebt!" ... unser Trinkwasser wohl auch!
Eine erste Befahrung über den Notausgang zum Biwak II und zurück dauerte 9,5 Stunden. Dabei wurde das gesamte Biwak II in einem "vormals gefluteten" Zustand vorgefunden. Ein Andenken an das Sommerhochwasser 2005 mit grausigen Hochwasserständen im Hölloch: Die Wasserrückstauzone bzw. die überfluteten Gangpassagen erreichten eine Höhe vom mehr als 110 m im Berg.

Das Hochwasser im Berg hat an mehreren Stellen die über dem Schrattenkalk liegende normalerweise wasserundurchlässige Brisisandsteinschicht durchdrungen und z. Teil große Hangrutschungen verursacht. Aber auch Hangrutschungen auf dem schmierig glatten, gebankten Schrattenkalk (Bild links) wurden beobachtet. Im Vorarlberger Dorf Ebnit werden diese Vorgänge seit geraumer Zeit wissenschaftlich ausgewertet.
Zur Zeit werden von der LMU am Hochstaufen bei Bad Reichenhall Untersuchungen angestellt, wie stark Zusammenhänge zwischen den Hochwasserereignissen und dort häufig auftretende Erdbeben zusammenhängen.
Es ist richtig, dass im Kleinwalsertal öfters die Berge wackeln.
Es ist nicht richtig, dass Höhlenforscher der Anlass dazu sind. ;-))
Wenn es mal wieder wackelt, kann man sich über Erdbeben in Bayern oder bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik informieren.
Das Seismometer in Oberstdorf kann aktuell abgefragt werden, wenn es mal geht (leider nicht immer). Unter Daten/live Hauptnetz Bayern, Station OBER kann man solche 'Wackler' sehen:

(Copyright: Bayerisches Geologisches Landesamt)