Das Hoelloch-Totenkopf Warnschild-Höhlensystem

Das Hölloch befindet sich im Mahdtal, nordwestlich der Grenze zu Vorarlberg/Österreich, zugänglich nur über das Kleinwalsertal

Die vermessene Ganglänge beträgt: 10.900 Meter.


Der Name 'Hölloch', als Bezeichnung des Eingangsschlunds mit seinen ca. 77 Metern Tiefe, steht stellvertretend für das unterirdische Höhlensystem, das den Schrattenkalk nördlich des Hohen Ifens im Bereich des Mahdtals und Kürentals durchzieht. Das auf den Höhen auch Gottesacker genannte Gebiet hat seinen Namen von den mit Furchen und Rinnen durchzogenen Schrattenkalks. Saures Regenwasser löst chemich den Kalk und lässt unterirdisch Gänge entstehen und setzt teilweise den Kalk wieder ab und lässt dadurch Sintervorhänge und Tropfsteine sich bilden.

Schacht im Sommer
Der Höllochschacht im Sommer

Der Schrattenkalk (ca. 110 Millionen Jahre alte abgelagerte Kalkschicht) hat eine Höhe von ca. 100 Metern und liegt auf einer wasserundurchlässigen Drusbergschicht (ca. 130 Millionen Jahre alte mergel- und schotterhaltige Kalkformation). Durch die Klüfte und Spalten im Schrattenkalk dringt das Wasser aus dem oberen Mahdtal in das Hölloch und in die Spalten und Ritzen im gesamten Gebiet ein und sucht sich seinen Weg nach unten. In ca. 100 m Tiefe wird es durch die wassersperrende Drusbergschicht am weiteren 'tieferbohren' gehindert und fliesst letztendlich aus der Sägebachquelle heraus.

Der Eingangsschlund des Höllochs ist einer der wenigen äusserlich erkennbaren Hinweise auf ein unterirdisches Höhlensystem, obwohl Dolinen und Blaslöcher im gesamten Gebiet reichlich vorhanden sind. Die meisten anderen, möglicherweise gangbaren, Eingänge wurden jedoch z. B. durch Moränen während der Eiszeiten verschüttet. Aufgrund eines Absatzes in ca. 50 m Tiefe und des weiteren versetzten Verlaufs ist der Schacht mit seinen 77 m Tiefe nicht bis zum Grund einsehbar. Das Rauschen des am Schachtfuss immer fliessenden Wassers des Höllochbachs ist aber meist hörbar.

Planauszug: Höllochschacht
Planauszug: Höllochschacht

Im Winter ist der Schacht stark vereist. Die Eisbildung reicht bis zum Schachtboden hinunter. Im oberen Bereich hängen bis zu einem Meter dicke Eiszapfen und meterdicke Eisvorhänge an den Wänden.

Im Frühling stürzen diese Eismassen in die Tiefe und können am Absatz den Schacht verstopfen. Im Sommer und Herbst entwässert das gesamte obere Mahdtal bei z.B. Gewitter in das Höhlensystem und bewirkt aufgrund verschiedener Fliesshemmungen im weiteren Verlauf Rückstaus, die bis zu hundert Meter hoch sein können und setzen damit Grossteile des Hölloch-Höhlensystems unter Wasser. Das Wasser benötigt, je nach Wassermenge pro Zeit, ca. ein bis drei Tage, bis es die Höhle durchlaufen hat und an der Sägebachquelle austritt.


Skizze des Systems in Draufsicht
Plan des Systems in Draufsicht, von Riezlern aus gesehen (Stand 02.2008).

Der Weg des Wassers beginnt bereits in den Höhlenteilen nordwestlich, also oberhalb des Höllochschachts. Der Schacht selbst ist jüngeren Datums und transportiert nur einen Teil des Wasservolumens in die Höhle. Im talnähesten bisher begangenen Teil, dem Labyrinth, ist das Wasser bereits auf Höhe der Sägebachquelle und fliesst, bisher unerforscht, in Richtung der Sägebachquelle. Die Sägebachquelle ist eine der wenigen Stellen, an denen der Glaukonit-Sandstein (ca. 100 Millionen Jahre alte Sandsteinschicht), der eine wasserundurchlässige Bedeckung des Schrattenkalks im unteren Mahdtal darstellt, aufgebrochen ist und deshalb das Wasser an die Oberfläche lässt. Die Hochwasserereignisse im August 2005 haben an mehreren Stellen diese obere Sandsteinschicht auch an anderen Stellen aufbrechen lassen (durch den Wasserdruck) und mehrere kurzeitige Quellen gebildet.

Der nach Süden führende Teil, der Kürengang, ist im nördlichen Teil nicht wasserführend, sondern zieht entlang einer Verwerfung in Richtung der Aubachquelle. Die Aubachquelle hat eine ähnliche Funktion wie die Sägebachquelle, ihre Wasser stammen jedoch aus dem südlicher gelegenen Gebiet (Kürental und Gottesackerplateau). Während der Schneeschmelze oder Starkregenereignissen kann ihre Schüttung bis zu 15.000 Liter/Sekunde betragen und ist damit ca. zehnfach höher als die der Sägebachquelle.